
Architektur
Mächtige Steinmauern, kleine, trichterförmige Fenster und charakteristische Sgraffiti rundherum: Was ein echtes Engadinerhaus sein will, zeigt Charakter und bestimmt seit Jahrhunderten das Ortsbild von Dörfern wie Zuoz oder La Punt.
Unter dem breiten Satteldach vereinte der Engadiner Bauer einst seinen ganzen Besitz: Wohnhaus, Vieh- und Heustall, Keller, Speicher und einen gedeckten Vorplatz. Der Hauseingang führt durch ein kunstvoll geschmücktes Haupttor in den Sulèr, den Vorraum zum Wohnhaus. Dieser diente als Abstell- und Arbeitsraum und im Sommer sogar als Esszimmer. Geht man einige Treppenstufen höher, betritt man die Stüva – eine meist mit Arvenholz getäfelte Stube, das Prunkstück jedes Engadinerhauses.
Eine weitere auffällige Besonderheit sind die Sgraffiti – die fantasiereichen Dekorationen an den Hausmauern.
Die kunstvollen Ornamente werden aus dem noch feuchten Verputz herausgeritzt. Zur Geltung kommen sie dank dem Hell-Dunkel-Kontrast von zwei unterschiedlichen Verputzfarben. Ursprünglich stammt die Kratztechnik aus Italien ("sgraffiare" ist italienisch für "kratzen"), kam mit den Wanderarbeitern aber schon im 16. Jahrhundert ins Oberengadin, wo sie heute noch gepflegt wird.
St. Moritz als urbaner Gegenpol
In St. Moritz ist der typische Engadiner Architekturstil weniger oft anzutreffen als in den umliegenden Orten. In den letzten Jahren sind mit der Chesa Futura und dem The-Murezzan-Komplex zwei Juwelen urbaner Baukunst des britischen Stararchitekten Lord Norman Foster entstanden.
Weitere herausragende Gebäude wie das Parkhaus Serletta sind dazu gekommen. Die Mischung aus Tradition und Fortschritt, Zeitgeist und Nostalgie ist in jeder Gasse und an jeder Ecke spürbar. Sie macht St. Moritz so einzigartig.






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