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Das Winterjubiläum: 125 Jahre Cresta Run

Das Jubiläum des Winters liefert in St. Moritz mit Sicherheit der berühmte Cresta Run: Etwas mussten die wettkampfverrückten Briten den lieben, langen Winter ja tun. Also experimentierten sie mit Wasser und Schnee, schufen einen Eiskanal und nannten ihn Cresta Run. Erstmals geschah dies 1884.

Cresta Rider in Aktion.

Der Cresta Run ist ein 1212 m langer Eiskanal, der oberhalb des schiefen Turms von St. Moritz beginnt und nach einem steilen Gefälle seinen Weg durch insgesamt zehn herausfordernde Kurven fortsetzt, bis er in Celerina endet. Das Gefälle beträgt 157 m. Der Eiskanal wurde zum ersten Mal im Januar 1885 erstellt. Die Bauzeit betrug damals fast neun Wochen. Der Cresta Run wird heute noch jedes Jahr von Grund auf im natürlich gewachsenen Gelände mit Schnee erstellt. Wenn es Wetter und Temperatur erlauben, öffnet der Cresta Run zwei bis drei Tage vor Weihnachten für neun Wochen bis Ende Februar.


An jedem Morgen werden Trainingsfahrten durchgeführt und pro Winter finden über 30 Wettkämpfe statt. Der St. Moritz Tobogganing Club ist ein privater Club, Nichtmitglieder sind jedoch jederzeit herzlich willkommen – auch, um zu fahren. Es gibt zwei Startorte: Top und Junction. Der aktuelle Rekord von Top hält James Sunley mit 50.09 Sekunden. Dies entspricht einem Durchschnitt von 85 km/h und endet mit ca. 125 km/h auf der Ziellinie. Fahrer von Junction beginnen beim Clubhaus, womit die Fahrt um ca. einen Drittel kürzer ausfällt. Der Rekord von Junction hält Johannes Badrutt mit 41.02 Sekunden. Die Fahrer bremsen mit Eisenzacken an ihren Schuhen. Wenn sie ausser Kontrolle geraten, stürzen sie oft beim Shuttlecock - der bekanntesten Kurve des Cresta Run - aus der Bahn.


Von Anfang an, also seit 1885, war der St. Moritz Tobogganing Club eine Partnerschaft zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Briten, auch wenn die Mitglieder des Clubs heute aus aller Welt kommen. Die Verlockung und der Reiz, diese Amateursportart zu betreiben, war immer schon faszinierend – und wird es immer bleiben.

publiziert: 10.11.2009
 
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