Automobile Tradition

Unvergessene
St. Moritzer
Automobilwochen

1925 entscheidet Graubünden in der 10. Volksabstimmung als letzter Schweizer Kanton, dass Autos auch in Raetien fahren dürfen. Bereits vier Jahre später organisiert St. Moritz die 1. Internationale Automobilwoche.

Diese beinhaltet eine Sternfahrt aus europäischen Startorten nach St. Moritz, ein Kilometer-Lancé auf der „Shellstrasse“ zwischen Samedan und Pontresina, ein Geschicklichkeitsfahren und als Krönung ein Bergrennen an der Bernina. Prominente Rennfahrer wie Rudolf Caracciola, Hans Stuck, Ernst-Günther Burggaller, Prinz zu Leiningen oder Graf Arco-Zinneberg nehmen daran teil. Doch das Berninarennen auf der grob geschotterten Strecke kann sich im internationalen Kalender nicht behaupten und wird nach der 2. Austragung 1930 gestrichen. Heute führt die Engadiner Alpenmetropole ihre automobile Tradition jedes Jahr mit hochkarätigen Meetings wie das British Classic Car Meeting St. Moritz, Bernina Gran TurismoPassione Engadina oder dem WinterRaid sowie dem St. Moritz Automobile Club fort. 

Tourenvorschläge

Alpenpässe
nach St. Moritz

Klassiker und Oldtimer sind angesagt wie nie zuvor. Sie sind Sympathieträger, Wertanlagen und vor allem Spassmobile, die bewegt werden wollen. Am besten über einen Pass. Sechs Alpenübergänge, die nach St. Moritz führen, kurz vorgestellt. 

Die Gründe, sich ein altes Auto zuzulegen, sind vielfältig. Zum einen ist da der Fahrspass, den ein Klassiker bietet. Zum anderen mag es beim einen oder anderen darum gehen, sich von der Gleichförmigkeit moderner Autos abzugrenzen. Dann ist da der Faktor Sympathie – schliesslich kann sich der Ausstrahlung eines Oldtimers selten jemand entziehen. In letzter Zeit werden Klassiker auch immer wieder als sichere Wertanlage gehandelt. Und zu guter Letzt kommt es eben auch drauf an, wo man zu Hause ist. Je ländlicher die Gegend, desto enger ist in der Regel die emotionale Bindung ans Automobil. Und je kurviger und ursprünglicher die Strassen vor der Haustür, desto besser eignen sich diese für Oldtimer-Ausfahrten.

Auskuppeln, gleiten lassen, ein bisschen Gas, und aus der Motorhaube tönt ein «buaaahhh», gefolgt von einem «gurgel-gurgel». Wer schon mal mit einem Klassiker einen Alpenpass befahren hat, sucht sich schnell den nächsten. Viele Passstrassen in den Alpen eignen sich perfekt für genussvolle Ausflüge ins Blaue. Ins Oberengadin führen gleich sechs davon, die wir hier kurz vorstellen. Happy motoring!

Albulapass (2’312 m)

Der Albulapass verbindet das Engadin bei La Punt mit dem Tal des Hinterrheins bei Thusis. Von La Punt geht es in vielen Kurven zur Passhöhe. Die Strecke macht mit einem gut motorisierten Klassiker mächtig Spass. Der westliche Teil der Passstrecke führt entlang der berühmten Eisenbahnlinie, die sich in mehreren Kehren durch Kehrtunnels und über Brücken in die Höhe schraubt.

Berninapass (2’328 m)

Bereits 1929 haben in St. Moritz erstmals die «Internationalen St. Moritzer Automobilwochen» stattgefunden. Unbestrittener Höhepunkt des Events war schon damals das Bergrennen von Poschiavo auf den Berninapass. Zu Recht: Der Bernina ist einer der schönsten Schweizer Pässe und verbindet das Oberengadin mit dem italienischen Veltlin. Oben auf dem Hospiz empfiehlt sich ein Einkehrschwung ins Ristorante Cambrena auf eine satte Portion Pizzoccheri.

Flüelapass (2'383 m)

Der Flüelapass verbindet Davos mit dem Engadin. Er bietet nicht ganz so viele enge Serpentinen, dafür immer wieder schön lange Geraden. Bis zur Fertigstellung des Vereinatunnels ist der Pass ganzjährig freigehalten worden, seit 1999 kennt auch der Flüela eine Wintersperre. In den oberen Abschnitten dominieren karge Hochgebirgslandschaften die Szenerie, weiter unten geht’s durch Nadelwälder.

Julierpass (2'284 m)

Wunderschön flüssiger Alpenpass, der sehr viel Fahrspass verschafft. Wenn man vom Norden über den Julierpass ins Oberengadin fährt, bietet der Silvaplanersee ein fesselndes Naturschauspiel. Heute ist der Julier der wichtigste, ganzjährig geöffnete, nördliche Zugang zum Engadin und entsprechend gut ausgebaut. 

Malojapass (1’815 m)

Der Malojapass bietet gerade von St. Moritz aus ein attraktives Kontrastprogramm. Vom hochalpinen Engadiner Klima auf 1800 m ü. M. in nur 45 Minuten ins hochsommerliche Chiavenna nach Italien. Dazwischen liegen die Oberengadiner Seen, 1'500 Höhenmeter, viele schöne Serpentinen und gut 10 Grad. Unten angekommen empfehlen wir, in einem typischen Crotto einzukehren. 

Ofenpass (2’149 m)

Von Zernez ausgehend durchquert die gut ausgebaute Ofenpassstrasse nordseitig den Schweizer Nationalpark und erreicht nach 19 km knapp ausserhalb des Parks die Passhöhe. Wunderschöne Landschaften erwarten den Klassiker-Enthusiasten vor allem im Herbst. Perfekt für einen Ausflug ins zollfreie Livigno nach Italien oder ins Vinschgau zur Apfelernte.